Sommerurlaub Verlängerung: Kumano-Shirahama

29. August 2022 0 Von maikesarah

Da ich mich in Ise etwas verspätete, kam ich in Shingū (zum Kumano-Areal) erst gegen frühen Nachmittag an. Der Check-In im Hotel konnte zwar etwas früher gemacht werden, es war allerdings schon zu spät, um meinen Plan zu verwirklichen und zwei der drei Kumano Großschreine (Taisha) zu besuchen. Zu dem in der Stadt selbst schaffte ich es aber noch gut.

Der Kumano Hayatama Taisha beherbergt als Hauptgottheit Izanagi no mikoto, den männlichen Schöpfungsgott, der zusammen mit seinem weiblichen Gegenstück die Inseln Japans erschuf. Der Schrein war recht klein, aber auch, wie das gesamte Kumano (aus gutem Grund), angenehm leer.

Eingangstōrii, hier wieder im üblichen Stil
Findet Waldo: Kumano Edition

Abends reichte es diesmal für eine Runde Wäsche, was das dortige Hotel bisher am mir liebsten gelöst hatte. Anstatt wie häufig 300 Yen für Waschen und 200 Yen für Trocknen zu zahlen, zahlte ich hier nur 50 Yen für eine Portion Waschmittel, was in € knapp über 40 ct liegt.

Der nächste Tag erklärte, warum es in einem bekannten Pilgerbereich so leer war: Es würde extrem heiß und schwül. Mein Gepäck ließ ich zunächst im Hotel, um den Bus zum Kumano Hongū Taisha zu nehmen. Dieser fährt leider nur ca. alle zwei Stunden und braucht eine für die volle Strecke. Die Route war aber sehr schön gelegen und über einbetonierte Bergwände und Flussläufe ließ sich recht gut hinwegsehen. Leider saß ich auf der falschen Seite des Busses, um Fotos zu machen. Der Bus war praktisch leer, aber hinter mir saßen, nur um das Klischee zu bestätigen, tatsächlich zwei deutsche Rucksacktouristen.

Der Hongū Taisha selbst unterteilt sich in zwei Teile und ist der himmlischen Krähe Yatagarasu mit drei Beinen gewidmet. Sie dient als Botschafter, aber auch Wegweiser der Götter und war es, die Ninigi anwies, wo er denn sein Königreich zu errichten habe. Neben dem heutigen Kerngelände gibt es noch das im 19. Jh. von einer Flut versehrte frühere Gelände, auf dem inzwischen hauptsächlich ein riesiges Tōrii aus Beton steht. Dieses war beeindruckender, als das vor dem Heian-jingū, da es mitten im Reisfeld stand und dadurch noch mehr hervorstach. Der Reis in Wakayama war auch schon reif, was man fast überall auch riechen konnte. Der Hauptschrein bestach vor allem durch eine sehr schöne Treppe und im zugehörigen Café durch exzellenten Macha mit Mochi.

Ein Tōrii im Reisfeld
Geernteter Reis zum Trocknen
Treppe hinauf zum Hongū Taisha
Eingang zum Kerngelände
Iced Macha mit zwei Arten von Mochi (rechts die lokale und leckerere Variante)
Zurück auf der richtigen Seite im Bus, leider ohne des Morgennebel

Nach einer möglichst schnellen Rückfahrt ging es schnellstmöglich mit dem Zug nach Kii-Katsuura. Dort verstaute ich das Gepäck am Bahnhof und wieder mit dem Bus ging es eine halbe Stunde eine ebenso szenische Route zum Kumano Nachi Taisha. Dieser letzte der drei Kumano Taisha ist in der Anzahl der Gebäude der größte und einer der wenigen, die ihre synkretistische Zusammenstellung von Tempel und Schrein auch durch das 19. Jh. hindurch erhalten haben. Hauptgottheit ist hier Izanami no mikoto, das weibliche Gegenstück zu Izanagi, die nach ihrem Tod durch die Geburt des Feuergottes zur Herrin einer Unterwelt wird. Neben diesen Dingen ist der Nachi Taisha v.a. bekannt für seinen Wasserfall, der immerhin der höchste einstufige Japans ist.

Kleiner Vorgeschmack auf Nara
Weiter hinein und weiter hinauf
Blick auf den zugehörigen Tempel
Panoramaansicht von Pagode und Wasserfall
Nur der Wasserfall

Ab Katsuura war ich ehrlich gesagt völlig fertig, durch geschwitzt bis auf die Knochen und immer noch 5 Stunden mit dem local Train von Shirahama, meinem nächsten Hotel entfernt. Was ich nämlich nicht bedacht hatte, war, das der einzige Expresszug von JR West betrieben wird, mein Pass aber von JR Central ausgestellt worden war. Für die Lokalzüge galt die Kooperation, nicht aber für die Tokkyū. Also tuckerte ich in der Bummelbahn bis Shirahama und war um halb 8 da. Zum Hotel ging es nochmal ne dreiviertel Stunde zu Fuß. Zu diesem Zeitpunkt war zum Glück die Sonne schon untergegangen, aber das tat der Temperatur leider keinen Abbruch. Die primäre Zugangsstraße zum Hotel war auch noch in Vollsperrung wegen einer neuen Baustelle, was mich zu einem kleinen Umweg zwang. Eine halbe Stunde vor Schließung der Rezeption kam ich dann zum Glück beim Hotel an und konnte einchecken.

Am nächsten Tag musste ich schnell weiter, denn bis nach Nara waren es wieder vier Stunden Zug und so hatte ich leider keine Zeit, Strand und Onsen in Shirahama zu genießen. Ein paar Fotos sind aber doch dabei rumgekommen.

Hotels an Hotels in Shirahama
Eine fruchtige Erfirschung mit lokalen Mikan, bevor es wieder in die Hitze geht