Als Hauptstadt der Präfektur Ishikawa (石川県) ist Kanazawa (金沢) auch die größte Stadt der Region Hokuriku mit ca. 450.000 Einwohnern. Der Name ist Programm, denn der „Goldsumpf“ ist tatsächlich bekannt für die Blattgoldproduktion. So stammte z.B. das Blattgold für den Überzug des Kinkaku-ji in Kyōto aus Kanazawa. Neben einer schönen Altstadt und einem Geisha-Viertel verfügt die Stadt auch über einen der drei bekanntesten Gärten Japans, den Kenroku-en (兼六園).
Die sonst im Mittelalter übliche Adelsherrschaft wurde in der damaligen Provinz Kaga durch eine religiös motivierte Bauergruppierung ausgehebelt und für einige Jahre gab es eine Art theokratische Bauernrepublik auf dem Areal der heutigen Präfektur Ishikawa. Diese fand jedoch mit der Sengoku-Zeit ihr Ende und nach 1600 wurde die Provinz Kaga der Familie der Maeda zugesprochen. Die Maeda hatten in der Schlacht von Sekigahara auf Seiten von Tokugawa Ieyasu gestanden und stiegen somit zu einer der einflussreichsten Daimyō-Familien der Edo-Zeit (1600-1868) auf.
Unter den Maeda blühte die Wirtschaft, Kunst und die Bevölkerungszahlen von Kanazawa auf. Nicht nur wurde der Kenroku-en gestaltet, auch erhielten Händler und Künstler Privilegien und das Blattgold wurde zum Wahrzeichen. Da die Maeda ihren Reichtum in Kunst, Kultur und Wirtschaft investierten, anstatt Krieger zu finanzieren, wurden sie vom Shogunat nicht so misstrauisch beäugt wie andere der äußeren Provinzen.
Die touristisch bekanntesten Punkte der Stadt stammen größtenteils aus der Zeit unter den Maeda, auch da Kanazawa nie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Darunter sind neben dem Schloss auch Tempel, Schreine, historische Samurai-Häuser und natürlich das Geisha-Viertel.
Die Präfektur Ishikawa wurde Neujahr 2024 von einem schweren Erdbeben getroffen, das zwar hauptsächlich die Noto-Halbinsel traf, jedoch mit einer Stärke von 7 auf der japanischen Skala (die nur bis 7 geht) außergewöhnlich stark war. Neben zerstörten Gebäuden und Risse in den Straßen wurde teilweise die Küstenlinie um bis zu 4 m angehoben, was einige Häfen unbenutzbar machte. Die Auswirkungen des Erdbebens waren für die Stadt Kanazawa zwar deutlich geringer, lagen aber trotzdem noch bei 5 auf der Skala. Wiederaufbaumaßnahmen werden durchgeführt, sind aber noch nicht abgeschlossen.