Sommerurlaub Verlängerung: Ise

29. August 2022 0 Von maikesarah

Eigentlich hatte ich zuerst vor, meine Reise nach Nagoya zu beenden, erfuhr aber während meines Aufenthalts in Tōkyō davon, dass einige der Touristenpässe für Züge, die normalerweise nicht von Foreign Residents genutzt werden können, für einen begrenzten Zeitraum auch für uns nutzbar werden. Darunter auch der Ise-Kumano-Wakayama Pass. Da ich sowieso nach Ise wollte, dachte ich mir, ich hänge das einfach noch an. Der Gültigkeitsbereich beginnt bei Nagoya, was das Ganze ziemlich perfekt für meine Zwecke machte.

Los ging es nach Ise, dem Zuhause der zwei wichtigsten Schreine des landesweiten Shintō, Geku und Naiku, der äußere und innere Schrein von Ise. Der Innere ist der Sonnengöttin Amaterasu no Ō-mikami gewidmet, einige kleinere Unterschreine ihrem Bruder Tsukuyomi no Ō-mikami und der Äußere einem Gott, der als Zulieferer für die rituellen Gaben an Amaterasu dient. Beide Schreine liegen nah beieinander und sind sehr gut miteinander zu verbinden. Nach der Ankunft ließ ich erstmal mein Gepäck im Hotel und machte mich auf, ein Mittagessen zu suchen. Ich fand ein gut bewertetes kleines Restaurant, dessen Tische leider dem Adjektiv ebenso entsprachen. Das Essen war aber exzellent.

Udon mit erwärmtem Ei und Frühlingszwiebeln
Thunsushi mit Gari und eingelegtem Gemüse

Der Geku verfügt über ein kleineres Gelände als der innere Schrein, und ist im Allgemeinen geringer besucht. Fast alle anderen Urlaubsorte, an denen ich war, waren praktisch leer, aber Ise war recht gut gefüllt. Das Schreingelände war sehr schön und im Schatten ließ sich die steigende Luftfeuchtigkeit besser aushalten. Die Gebäude in beiden Kernschreinen stammen im Bautyp aus einer Zeit vor jeglichem buddhistischen Einfluss und sind daher deutlich einfacher gehalten und nicht so chinesisch. Man erkennt eine gewisse Ähnlichkeit zu Wohnhäusern aus dieser Zeit.

Eingangstōrii zum Geku
Leider keine Steinlaternen, dafür ihre kleinen Brüder aus Holz
Baustil der Schreingebäude

Zum inneren Schrein nahm ich den Bus und stieg natürlich prompt erstmal falsch aus. Zum Glück kam ich trotzdem zu einer annehmbaren Zeit an der Einkaufsstraße vor dem Schrein an. Diese war sehr schön gestaltet mit restaurierten Häusern und Souvenir- und Essensläden aller Couleur. Zu Erfrischung holte ich mir eine sehr gute Limo mit selbstgemachtem Sirup. Der Naiku war ausladender in der Ausführung und war durch Brücken von der Stadt getrennt. Die Brücken über diesen Ujigawa (es gibt auch einen in Uji) dienen der symbolischen Reinigung. Die Goshuin der Uji-jinja sind die einfachsten, die ich bisher erworben habe. Man merkt, dass sie es an dieser Stelle nicht nötig haben, sich Mühe zu geben.

Nicht wirklich die Erste, aber trotzdem über den Ujigawa (Heike Monogatari Witz)
Es war dann doch einiges los
Hinauf zur Haupthalle (nicht weiter als äußerster Ring)
Zugehörige Teiche

Am Ende des Tages war ich so fertig, dass ich es nicht mehr geschafft habe, meine Wäsche zu waschen, was am nächsten Tag zu einer deutlichen Verspätung führte, die sich bis Nara auswirken sollte.