Sommerurlaub Teil 5: Nagoya
Nagoya ist die Hauptstadt der Präfektur Aichi und war früher das Zentrum der Provinz Owari. Als Residenzstadt der Familie Oda und ab 1600 eines Zweiges der Tokugawa sind die beiden Burgen die Hauptattraktionen der Stadt. Nach dem Einchecken im Hotel ging ich fürs Abendessen Kishimen essen, eine lokale Variante von Udon (schmeckten aber nicht außergewöhnlich, eher wie Breite Nudeln ohne Eier).

Am ersten Tag war ich erstmal auf Stadttour. Erstmal ging es mit dem Zug in Richtung Kiyosu-jō, dem Residenzschloss der Oda. In Nagoya ist ausnahmsweise tatsächlich JR billiger als die lokalen Linien. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schloss stieß ich auf einen kleinen Schrein für Oda Nobunaga (an welchem Punkt ich mich daran erinnerte, dass das einer der Gründe ist, wegen dem Leute nach Nagoya kommen…).

Vor der Burg gab es einen netten kleinen Souvenirshop, in dem ich mir erst einmal noch ein Eis gönnte, denn in Nagoya war es schon wieder sehr heiß. Das vierstöckige Gebäude selbst beherbergt ein kleines Museum zur Edo-Zeit und den Taiga-Dramen von NHK (Historienschinken meistens zu berühmten Kriegergeschichten wie Yoshitsune oder die Sengoku-Zeit). Vorgelagert war ein kleiner Garten, durch den man kostenlos durchgehen konnte und neben Schwertern gab es auch einige schöne Rüstungen zu sehen. Der Ausblick vom vierten Stock war auch gut, wobei Nagoya als recht generische japanische Großstadt nicht gerade schön ist.





Weiter ging es zu Fuß zum kleinen aber feinen Hiyoshi-jinja, der mitten im Wohngebiet mit etwas Schatten aufwartete. Kiyosu hatte schon ein etwas ländliches Gefühl.

Zum Mittagessen ging es zu einem kleinen Café im Nirgendwo, das von einer Freundin empfohlen worden war, und das ich nur weiterempfehlen kann. Es liegt leider deutlich ab vom Schlag, die Betreiberinnen sind aber super nett und Essen wie Getränke sind exzellent. Geführt wurde das Ganze von drei älteren Frauen, mit denen ich mich noch nett unterhielt, während ich etwas Pause machte.



Noch vor der Schließzeit ging es final zum Nagoya-jō, auch Mei-jō genannt, das ich trotz deutlich mehr Größe nicht so schön fand, wie das Kiyosu-jō. Dieses wurde von den Tokugawa als Residenzschloss errichtet und war Sitz des Owari-Zweigs. Ein Großteil der Gebäude war allerdings noch nicht, gar nicht oder wegen Renovierungen nicht zugänglich. Den Hauptturm konnte man zumindest von außen betrachten. Die gesamte Anlage erschien mir aber nicht optimal in Stand gehalten worden zu sein, auch wenn die Werbung dafür in der U-Bahn riesig war. Der Kernpalastbereich konnte betreten werden und wartete wie auch Nijō-jō in Kyōto mit vielen Wandschirmen (ein Großteil davon mit einem Übermaß an Gold) und sehr schönen Schnitzereien auf. Die Gartenbereiche waren leider primär auf Pflaumenblüte und Kirschblüte ausgelegt.





Zum Abendessen gönnte ich mir dann richtig, denn es gab die lokale Variante eines der teuersten Sommeressen: Unagi, also Aal, auf Reis. Den Preis von ungefähr 35 € für eine Portion war es aber sehr wert. Es ist genau so lecker, wie es aussieht.

Am zweiten Tag traf ich mich mit einer Bekannten und sie nahm mich mit in die benachbarte Kleinstadt Tokoname für eine kleine Tour. Handwerkskunst war hier das Thema des Tages und so starteten wir im lokalen Museum dazu.


Zu Mittag ging es in ein sehr uriges kleines Restaurant, bei dem auch noch ein kleiner Laden für Töpferwaren und handgefärbte Kleidung. Das Essen war exzellent und zum Nachtisch gab es noch Wagashi.



Da der Fokus in Tokoname auf dem Töpferhandwerk liegt, gab es im alten Brennofenteil der Stadt einige schön hergerichtete Gebäude mit Ausstellungsstücken zum Thema oder von modernen Künstlern. Auch wenn mir nicht alle Stücke zusagten, so war es doch auf jeden Fall interessant und die Gebäude waren fast das Schönste.






Zum Abendessen ging es schließlich zu einer deutschen Restaurantkette (wollte mal schauen, was die so haben). Das Essen war lecker, und bei den Gerichten ein bunter Mix aus Norden, Süden, Osten und im Westen auch etwas Elsass.

