Sommerlicher Kurztrip: Hiroshima

16. September 2022 0 Von maikesarah

Da ich es dann doch für den Sommer nicht bei einer langen Reise bewenden lassen wollte, ging es Anfang September noch zuerst nach Hiroshima und dann über Himeji zurück nach Kyōto. Mit normalen Zügen dauert es bis nach Hiroshima zwar mehr als vier Stunden, mit Shinkansen ist man aber in weniger als zweien angenehm dort.

Hiroshima: Eindrücke

Am ersten September hat es zwar einiges geregnet, was aber immerhin die Temperatur in angenehmen Bahnen hielt. Mein Gepäck konnte ich glücklicherweise schon etwas früher im Hotel abgeben, was es mir ermöglichte mich gleich zum Friedenspark und dem zugehörigen Museum aufzumachen.

Der Genbaku Dom war kleiner, als ich erwartet hatte und wurde von innen durch einige Stahlstützen aufrecht erhalten, was den Eindruck etwas schmälerte, der umgebende Park war aber gut gemacht.

Der Atombomben-Dom, von der besseren Seite
Das Friedensdenkmal der Kinder, nicht mein Stil, wurde aber auch in einer anderen Zeit errichtet

Den Friedenspark an sich fand ich ganz schön und die Blickachse vom Feuer bis zum Springbrunnen hinter dem Friedensmuseum war gut gemacht, bis auf das Museum, dessen Gang von der einen Hälfte zu anderen genau quer zur Achse stand und daher eine schöne Blickachse schneidet.

So macht man eine Blickachse…
… und so nicht

Das Museum selbst war eines der auf jeden Fall besser gemachten, die mir in Japan begegnet sind. Mit 200 Yen war der Eintritt sehr günstig und im galt im Endeffekt für vier kleinere Ausstellungen. Die erste war zu den Auswirkungen und Opfern des Atombombenabwurfs über Hiroshima, die zweite zur Bombe selbst, etwas zu Entwicklung und internationaler Situation, die dritte zur jüngeren Stadtgeschichte und als letztes gab es noch eine Sonderausstellung zu medizinischem Umgang mit den direkten Folgen des Fallouts.

Gerade die erste Ausstellung war sehr emotional berührend und hat dies auch maximal ausgenutzt. Die jüngere Stadtgeschichte Hiroshimas hat mich ehrlich gesagt nicht besonders interessiert, weswegen ich sie größtenteils ausgelassen habe, aber die Sonderausstellung wiederum war sehr interessant, gerade, weil dort auch Interviews mit damaligem medizinischen Personal liefen.

Einige Dinge haben die Hitze besser überstanden
… andere sind direkt miteinander verschmolzen

Auch wenn ich die Ausstellungen als äußerst gut gemacht empfinde, so finde ich den Namen des Museums etwas schräg, denn die Ausstellungen sind nicht auf Frieden oder Krieg fokussiert, sondern auf den atomaren Schaden durch die Hiroshima-Bombe. Alles über den direkten Schaden für das japanische Volk wird praktisch außer Acht gelassen. Man mag das Verneinen von Atombomben mit Frieden gleichsetzen, da aber an genau einer Stelle in der ganzen Ausstellung (in einem Nebensatz) von „Nie wieder Krieg!“ gesprochen wurde, fiel mir das etwas schwer. Gegen einen bestimmten Waffentypus zu sein positioniert einen nicht unbedingt gegen Krieg in meinen Augen.

Ausrüstung im Falle des Falles

Im zugehörigen Shop gab es viele Origami-Kraniche als Magneten, Ohrringe, Stäbchenhalter etc., von denen ich mir auch einen Magneten mitnahm. Leider begann es ziemlich zu schütten, und so verbrachte ich den Abend nur noch im Hotel.

Der Regen setzte sich leider am nächsten Tag fort, weswegen ich meinen Plan, etwas durch die lokale Burg und Parks zu spazieren etwas ins Wasser fallen ließ. Abends machte ich mich aber noch auf, recht leckere Okonomiyaki im Hiroshima-Stil zu essen, auch wenn mir persönlich Ōsaka-Stil besser gefällt, es ist leichter zu essen.

japanisches Stroboskop-Nachtleben
Okonomiyaki mit ganz viel Frühlingszwiebeln