Sommerurlaub Teil 1: Sapporo
Da das Semester gerade um war, gönnte ich mir es einfach mal, einen Tag nichts zu tun und nur abends lecker Rāmen essen zu gehen. Die lokale Spezialität hat eine misobasierte Brühe, extra Butter und Mais als Topping dabei. Damit sind dann die notwendigen lokalen Anbauprodukte auch abgedeckt, denn in der halberzwungenen Lokalität vieler Produkte in Japan, liegt die Verantwortung Hokkaidōs neben Melonen bei Milchprodukten und Mais.

Beim abendlichen Rundgang in der Stadt kam ich noch an einem alten Kirchengebäude und dem TV Tower vorbei. Sapporo erwies sich als recht leer, aber in Temperatur und Wetter sehr angenehm.


An Tag 2 In Sapporo ging ich morgens zuerst auf den Fernsehturm, von dem man dank angemessener Höhe die Stadt und ihre Parks gut überblicken konnte. Denn ja, im Gegensatz zu Kyōto, das genau über zwei größere Parks (den Gosho und den Botanischen Garten) verfügt, ziehen sich in Sapporo mehrere Parks entlang von Boulevards mit Bäumen und gestalteten Gärten. Der schönste ist definitiv der Ōdōri Park, der im August auch die Biergärten des Sapporo Beer Festival beherbergt, da Sapporo in Japan auch für Bier bekannt ist. Niedrigere Temperaturen und niedrigere Luftfeuchtigkeit machten alles so viel angenehmer.



Das Wetter nutzte ich, um auf einer Parkbank einfach etwas zu lesen, was hier immerhin gut im Schatten möglich war. Mittags ging es weiter zum lokalen Bookoff, in dem ich ein ganzes Bluray-Set und einige Manga fand (Wer hat was von wenig Platz im Gepäck gesagt?). Bookoff ist eine Gebrauchtwarenkette, deren Waren sehr gute Qualität haben, und die CDs, DVDs, Merch, Sammelkarten, Manga, Bücher, Schallplatten, Kleidung, Konsolen, Tastaturen und einigen Stellen sogar gebrauchte Kimono und Yukata verkauft. Die Preise sind sehr gut, für ältere Manga und CDs zahlt man teilweise 2-3 € pro Stück, die im Originalpreis ca. 12 € gekostet hätten. Der nahegelegene Nijōmarkt war leider etwas enttäuschend, es hatten kaum Läden offen und der Bereich war noch leerer, als der Rest der Stadt. Ich kaufte mir aber einige sehr leckere Kirschen, deren Farbe in Deutschland eher auf Unreife hingewiesen hätte.

Abends ging es schließlich noch mit der Gondel auf eine nahe Aussichtsplattform, was sich dank Feuerwerk und Nacht als sehr gute Entscheidung erwies. Der Berg Moiwa hat im Winter exzellente Tagesaussichten, ist im Sommer aber vor allem nachts schön anzusehen.




An Tag 3 gönnte ich mir noch einmal ein bisschen Nichtstun und las etwas im Park.
Am letzten vollen Tag in Sapporo ging in ein Open Air Museum, das Historical Village of Hokkaidō. Mit 600 Yen Eintritt recht günstig war es leider auch sehr kolonialistisch geprägt (nix von Ainu, nur was für tolle Leute die Siedler alle gewesen seien) und die Zusammenstellung der Gebäude war etwas erratisch. Die Gebäude waren von Städten, Gemeinden, Vereinigungen und Familien gespendet worden und waren daher hauptsächlich Wohnhäuser, die zeitlich manchmal nicht wirklich zusammenpassten. Es war allerdings trotzdem schön anzusehen und es gab eine kleine Pferdestraßenbahn, die vom einen zum anderen Ende fuhr. Die Architektur war größtenteils von außen amerikanische Westernbauweise und innen eine Mischung aus japanisch und westlich. Die ausgestellten Geräte und Dokumente waren auch interessant.






Abends gönnte ich mir dann noch ein beleuchtetes Riesenrad (von denen japanische Großstädte recht viele haben) und Ramen bei Ichiran, da das Restaurant, zu dem ich eigentlich wollte schon zu hatte.


