Exkursion: Ōsaka Bunraku

12. Juni 2022 1 Von maikesarah

Die erste Exkursion im Juni ging zum Bunraku Puppentheater in Ōsaka. Es ging sehr früh los, und da die Vorstellung den Vormittag in Anspruch nahm, konnte man den Nachmittag selbst gestalten.

Bunraku entwickelte sich aus früheren Puppentheatern während der Edo-Zeit aus der auch die berühmtesten Werke wie die 47 Rōnin (Chūshingura) oder verschiedene Geschichten zu Love Suicides (unterschiedliche gesellschaftliche Schichten führen zum gemeinsamen Suizid der Geliebten) stammen. Kostümierung der Puppen und Stil der Erzählungen ähneln dem Kabuki. Eine Puppe ist modular aus Holz und Stoff zusammengesetzt und ungefähr 2/3 der menschlichen Körpergröße hoch. Bedient wird durch drei Puppenspieler, den Hauptspieler (dessen Gesicht man auch sieht), den linken Spieler (der den linken Arm bedient) und den Fußspieler (weibliche Puppen haben interessanterweise keine Füße). Die Köpfe einiger Puppen können die Augäpfel, die Augenbrauen, den Mund und den Kopf als ganzes bewegen. Die Bühne ähnelt einer normalen Theaterbühne mit den Erzählern und Musikern rechts und links. Der Erzähler spricht (singt fast) sehr dramatisch und wird durch jeweils einen Shamisenspieler unterstützt. Trommeln und Flöten bieten Hintergrund. Wie beim Nihon Buyo ist der Erzähler der einzig Sprechende und imitiert alle Stimmen mit. Alle Teilnehmer sind männlich.

Die eigentliche Erklärung der Puppen und Spielart war sehr interessant und die gesamte Vorstellung auch sehr beeindruckend, allerdings war das Japanisch durch die Rezitierweise schwer zu verstehen und die Untertitel etwas schnell. Es gab zwar einen Audioguide, der aber nur Dinge verkomplizierte, da man sich auch noch auf diese Informationsquelle konzentrieren musste. In er Vorstellung selbst waren keine Fotos gestattet.

Takoyaki zu Mittag
Und dazu ultrafluffige Pancakes

Mit einigen Kommilitoninnen ging es danach zu ein paar Merchläden für die verschiedenen Serien und Manga die uns allen gefallen. Das dauerte etwas länger, weswegen wir eine Schifffahrt am Abend ausfallen lassen mussten.

Man messe sich an den Animecharakteren

Nach noch einer Fahrt auf dem HEP 5 Riesenrad (Fotos beim letzten Ōsaka Ausflug) ging es weiter zum Umeda Sky Building. Wie vieles bei Umeda von der Hankyū Line betrieben hat dieses Hochhaus einen Skywalk sowie Rolltreppen von der einen Seite quer durch die Luft zur anderen Seite des Gebäudes. Der Ausblick war wundervoll, wenn auch leider etwas diesig.

El Aufzug
El Rolltreppe
El Ausblick
Von der einen Seite des Rings zur anderen

Für den Sonnenuntergang ging es dann wieder in Richtung Namba und zum Dotonbori. Ein Bereich mit Uferpromenaden und großer Leuchtreklame. Am Abend und bei Dunkelheit war es sehr schön und hatte gewisse Cyberpunk Vibes. Es gab auch ein paar Straßenmusiker, was die Atmosphäre auch noch einmal verstärkte. Mit der Keihan Linie ging es dann schließlich nach Hause.

Der Glico Man, die wohl berühmteste Ansicht von Ōsaka
Don Quixote Riesenrad (war nicht in Betrieb)