Dammit! Janet! Life’s a stage

30. August 2018 2 Von maikesarah

Der gewiefte Theatergänger wird beide im Titel zitierten Stücke kennen, und tatsächlich hatte ich die Möglichkeit Shakespeare und The Rocky Horror Show an einem Tag zu erleben. Zugegeben, Julius Cäsar enthält die Zeile über die Bühne nicht, aber: Shakespeare.

Am moderaten Vormittag, nicht die Temperaturen betreffend, machte ich mich mit einem Haufen anderer Leute mit dem Bus auf, dem Shakespeare Festival in Stratford (ON) einen Besuch abzustatten. Nach ca. zwei Stunden kamen wir in einem recht beschaulich, englisch anmutenden Ort an, der neben Straßennamen wie Romeo oder Falstaff Schuluniformen und vier Theater, darunter ein Avon Theatre, zu bieten hatte. Am Festival Theatre angekommen holte ich mir erst einmal das schon vorbestellte Essen ab, was absolut dem Preis entsprechend war, nur leider recht wenig mit Asian Noodle zu tun hatte, abgesehen von den Sojasprossen und den Nudeln selbst. Am Souvenirstand habe ich mich dann sehr nett mit der etwas älteren Verkäuferin unterhalten, die mir dann erstaunlicherweise den Magneten, den ich eigentlich kaufen wollte umsonst gab. Außerdem bot sie mir an, mir nach Möglichkeit noch kostenlose Tickets für die Rocky Horror Show am Abend zu geben, da mein Bus zurück erst um 23:00 ging. Der Cäsar war eine gute Inszenierung mit gleichmäßig verteilten Rollen, trotz der ungleichmäßigen Verteilung der Charaktere. Einzig die Idee, die Frauen von Männern spielen zu lassen hätte das Ganze noch interessanter machen können. Die Ausstattung war großteilig elisabethanisch ausgerichtet, hatte aber römische Akzente an den richtigen Stellen. Obwohl ich nicht alles verstanden habe, teils dem Englisch, teils dem emotionalen Darstellungsvermögen der Darsteller geschuldet, war der Großteil doch sehr gut nachvollziehbar. Das Einzige was mir komisch vorkam war, dass das Publikum an bewusst lustigen Stellen ohne Einsatz kollektiv gelacht hat und dass mein Sitznachbar das ganze Stück verschlafen hat.

Danach habe ich mir die Stadt und deren Parks angesehen, recht beschaulich. Wie sich herausstellte hatte der House Manager noch ein Ticket für mich übrig und das war ein absoluter Premiumplatz mitten in der Mitte der Mitte mit bester Bühnensicht. Die Geschichte, die der Er…(*booooring*)…zähler dem Publikum über Brad (*Asshole*) und Janet (*Slut*) erzählte ist bekanntermaßen recht absurd. Die Darsteller waren aber erste Sahne, in stimmlichen wie in darstellerischen Aspekten. Die Kostüme und die Kulisse waren beide stimmig und die Zwischenrufe waren gewitzt und aufgrund der Tatsache, dass einige andere Darsteller im Publikum saßen sehr gut getimed. Der Erzähler selbst ist auch sehr gut gewesen. Schaut euch dazu einfach die Videos auf der Seite des Festivals an. Sehr beeindruckend und definitiv Wiederholwert.