Yuwaku Onsen (湯涌)
Den Samstag des ersten Wochenendes verbrachte ich in einem kleinen Naherholungsort nahe Kanazawa namens Yuwaku. Mit dem Bus ging es vom Bahnhof ungefähr eine Stunde in die nahen Berge, was es nicht weniger feucht, aber etwas kühler machte. Ich war die letzte Person, die an der Endhaltestelle ausstieg und auch sonst war der Ort eher leer, was ich sehr angenehm fand.

Die heißen Quellen im Ort wurden der Legende nach schon im achten Jahrhundert von einem Bauern entdeckt, der einen Reiher dabei beobachtete, wie dieser in ihnen badete. Neben dem Onsen gibt es aber auch einige andere kleine Sehenswürdigkeiten im Ort, der touristisch ziemlich gut auch in Englisch erschlossen ist. Zuerst machte ich mich zum 江戸村 (Edomura) auf, einem kleinen Freilichtmuseum mit traditionellen Händler-, Samurai- und Bauernhäusern aus der Edozeit. Der Eintritt war für mich frei, aber selbst die üblichen 310 Yen lohnen sich wirklich, da die Aufmachung sehr schön ist und einige Herstellungs- und Restaurationsprozesse auch gut auf Englisch erklärt werden. Zwei bis drei Stunden lassen sich dort gut verbringen.



Nächste Station war das Mittagessen in einem kleinen Teishoku-Restaurant, das zwischen den Ryōkan und Hotels lag und für sehr angemessene Preise japanische Haushaltsküche anbot. Da zu den lokalen Produkten auch Yuzu gehört konnte ich natürlich nicht widerstehen auch etwas Yuzu-Seife und Yuzu-Drops zu erwerben.


Nach dem Mittagessen ging ich noch etwas Spazieren, zunächst um den nahe gelegenen kleinen Stausee, für dessen Glühwürmchen ich zu früh am Tag da war, der zum Umrunden aber trotzdem nett war, und zum lokalen Schrein und Tempel, deren Hauptgebäude durch Glaskästen vor der allgegenwärtigen Feuchtigkeit geschützt wurden. Sehr schön waren hier die sehr vielen enorm großen Libellen und Schmetterlinge, die leider für meine Handykamera zu schnell waren.



Letzte Station für mich an diesem Tag war dann das lokale Onsen, das auch als Sentō genutzt wird, weswegen es gegen 16 Uhr tatsächlich recht voll wird. Für 450 Yen pro Erwachsenem kann man zwei Becken nutzen, ein Innen- und ein Außenbecken, wobei beide sichtgeschützt zum Berg hin liegen und daher eher suboptimale Ausblicke haben. Das Außenbecken ist allerdings aus Steinen zusammengefügt (nicht aus zurechtgeschnittenen Blöcken), was ein schönes Ambiente gibt. Die heiße, aber nicht zu heiße Temperatur macht das Baden auch für den Ungeübten aushaltbar. Duschzeug und Handtücher kann man kaufen oder hat sie selbst dabei, umsonst gibt es sie hier nicht. Gerade als Tagesabschluss hat sich dieses kleine Onsen sehr gelohnt, da es einen entspannten Tag zu einem entspannten Abschluss brachte. Mit dem vorletzten Bus ging es dann noch nach Kanazawa zurück. Die Stadt ist zwar im deutschen Vergleich nicht klein, im japanischen aber etwas suboptimal mit ÖPNV ausgestattet. Ein schöner Ausflug, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.
