Finale Rundreise (Kyūshū): Kagoshima
Die letzte Station vor unserer Rückkehr nach Kyōto war die südlichste Präfektur der Hauptinseln Japans: Kagoshima. Auch hier haben Präfektur und Hauptstadt den gleichen Namen und neben Bereichen auf Kyūshū gehören auch noch einige vorgelagerte Inseln zu Kagoshima. Leider ist die Gegend nicht gut mit Eisenbahn erschlossen und zu den Inseln schafften wir es aufgrund unserer recht kurzen Zeit dort auch nicht mehr. Da wir schon sehr weit südlich waren, gab es trotz März schon sehr angenehme Temperaturen und wieder strahlenden Sonnenschein. Früher war die Gegend als Satsuma bekannt und diese wiederum war eine der treibenden politischen Kräfte des ausgehenden 19. Jh. in Japan, woran gerne und viel erinnert wird.

Unser erstes Ziel war, nach einigen Irrungen, Wirrungen und einem Fußmarsch durch einen Schnellstraßentunnel, allerdings zunächst der Park der Familie Shimazu, die die lokalen Daimyō und damit eine der mächstigsten Tōzai-Daimyō waren (Tōzai waren politisch am weitesten von den Tokugawa entfernt). Ganz zufällig trafen wir auf dem Weg dorthin auf einen Starbucks und direkt daneben auf die Glasmanufaktur des sündhaft teuren aber auch sehr schönen Satsuma-Glases, bei dem Muster aus farbigem über durchsichtigem Glas gefräst werden. Wenn man im Leben mal richtig Geld hat, dann lässt sich an diese Adresse durchaus nochmal denken.


Zum Park selbst waren wir dann schon etwas spät, schafften aber noch eine gute Runde mit Herrenhaus, das definitiv zu den besseren in Ausstattung gehörte und über exzellente englische Beschilderung verfügte. Aussichten wie Gestaltung waren auch sehr nett und es gab SEHR viel schöne Ware und Souvenirs zu kaufen. Neben Holzwaren auch verschiedene thematische Dinge zu Katzen und kleinere Statuetten. Denn auf dem Gelände des Parks gibt es neben einem kleinen Hydroelektrizitätswerk zum Betreiben des Herrenhauses auch einen kleinen Schrein, der 2 von 7 Katzen gewidmet ist, die einst einen der Shimazu auf einen Feldzug begleiteten und als einzige überlebten. Von Goshuin über Postkarten, Magnete und verschiedenste Accessoires für den Garten und das Haus ist fast alles zu Katzen zu finden.



Nach einer ausgiebigen Erkundung des Geländes war aber auch schon fast Schließzeit und so ging es noch zum nahen Strand. Denn auf der anderen Seite der Bucht steht, wie man auf einigen Bildern schon sehen konnte, der sehr aktive Vulkan Sakurajima. Auf diesen konnte man vom Strand aus noch besser blicken und daher genossen wir dies noch etwas, bevor es von einem kleinen Tenman-gū wieder zum Hotel ging.

Sakurajima im Panorama

Am nächsten Tag ging es fast an die südlichste Ecke Kagoshimas und hauptsächlich heiße Quellen nutzen, was die Anzahl der Fotos etwas schmälert. Außerdem hat das Fotographieren hier hauptsächlich meine Freundin übernommen, was dazu führt, dass ich von den Feldern und schönen Felsformationen, die wir auf dem Weg gesehen haben, noch keine Fotos habe. Jedenfalls ging es zuerst mit dem Zug fast bis zur Endstation der JR-Linie. Der Bahnhof bestand nur aus einem mit gutem Willen als Bahnsteig zu bezeichnenden Zustieg und nach einer halben Stunde durch Felder mit Blick auf das Meer und vorgelagerte Inseln kamen wir am ersten Onsen an, das nur aus einem Außenbecken bestand, das aber einen exzellenten Ausblick hatte.

Mit dem dreimal am Tag fahrenden Bus ging es dann weiter nach Ibusuki, das vor allem für seine Sandonsen bekannt ist, bei denen man für ca. 10 min. in heißem Sand eingegraben wird um dann noch etwas heißes Wasser zu genießen. Auch wenn der Sand für meinen Geschmack etwas zu schwer auf der Brust liegt ist es doch überraschend angenehm und der Sand bleibt auch gut weg von unangenehmen Stellen. Da es für den Rückweg mit der Bahn etwas dauerte, machten uns wir auch bald wieder auf den Rückweg. Davor gab es aber noch als leicht verfrühtes Abendessen Black Pork (nur das Schwein, nicht das Fleisch ist schwarz), was wieder mal sehr lecker war.
Am nächsten Tag ging abends unsere Fähre und eigentlich wollten wir den Vormittag noch für einen kleinen Ausflug zum Sakurajima machen, allerdings regnete es recht in Strömen weswegen wir uns noch das Meiji-Restaurationsmuseum ansahen, das ganz ok war. Mit dem Bus ging es dann schließlich zum Fährenhafen und mit der Fähre über Nacht nach Ōsaka und von dort dann mit dem Zug nach Kyōto. Das Bad auf der Fähre war ganz schön und am Frühstücksbuffet gab es ungesüßten Joghurt, aber zum Schlafen war es recht unbequem, würde also eher eine andere Heimreisemethode empfehlen.


